Dienstag, 13. Dezember 2011

Frohe Weihnacht

Inmitten von Angst und Unvernunft
geschäftigem Getriebe
Hohn und Zukunftsangst
wird Gott Mensch
in armer Leute Unterkunft.

Keine Neuigkeit ist diese Botschaft
oft erzählt und viel besungen
in bunten Bildern ausgemalt
verliert sie allzu schnell und oft
unterm Baume ihre Kraft.

Doch wenn im Seelengrunde dich berührt
nicht Melancholie vergangener Tage,
sondern Gottes Wirklichkeit,
in deinem eignen Hier und Jetzt
die Weihnacht dich zur Liebe führt.

Das wünsch ich Dir.
                                                                Markus O.Wentink

Dienstag, 29. November 2011

Freiwilligenjahr 2011

"Ohne Euch geht es nicht ...... "

Nächstenliebe ist ein grosses Wort. Oft gepredigt und eingefordert, oft erlebt und geschenkt. Auch wenn das Wort für manche zu salbungsvoll oder weltfremd klingen mag, so ist es doch ein wichtiger Pfeiler unserer abendländischen Kultur, besonders dann, wenn Nächstenliebe nicht nur gepredigt, sondern in die Tat umgesetzt wird. Töchter der Nächstenliebe sind Mitmenschlichkeit, Engagement für die Gemeinschaft und Solidarität. Was wäre unsere Gesellschaft ohne diese drei. Eine Gesellschaft ohne Nächstenliebe wäre schutzlos der Ökonomie ausgeliefert und nur noch gesetzliche Regelungen würden die schützen, die sich aus eigener Kraft nicht mehr helfen können. Menschen würden nur noch das tun, wofür sie bezahlt würden.
Zum Glück ist dies nicht so. In unseren Dörfern setzen viele Menschen die Nächstenliebe in die Tat um – Christen, Menschen mit anderer Religion und auch Humanisten – in dem sie viel Freizeit und Energie in ein freiwilliges Engagement investieren und Freiwilligenarbeit leisten. Sie tun dies in den Kirchgemeinden, in den verschiedenen kulturellen und politischen Gremien, in Sport und Kultur, in Solidarität und Hilfe für Bedürftige, im Naturschutz, den verschiedenen Vereinen und Gruppen, oder aber auch ganz persönlich und unorganisiert. Unsere Städte und Dörfer wären arm ohne die viele freiwillige Arbeit, die geleistet wird. Ja, man kann sagen, unsere Gesellschaft würde nicht funktionieren ohne euch.
 Liebe Freiwillige, ohne euch geht es nicht!
Als Seelsorger und Leiter der Pfarrei in Langnau und Gattikon ist mir das sehr bewusst. Ich weiss um die viele und wertvolle Freiwilligenarbeit die nicht nur in unserer Pfarrei, sondern im Dienste der Dorfgemeinschaften geleistet wird. Als bewusster Teil von Langnau und Gattikon ist unserer Pfarrei ein lebendiges Dorfleben und gelebte Nächstenliebe ein grosses Anliegen. Zum Ende des „Jahres der Freiwilligen“ möchten ich allen, die sich engagieren meinen Dank aussprechen. Mein Dank gilt allen, egal welcher Konfession oder Religion und natürlich auch all denen, die sich freiwillig engagieren, ohne einer Religion anzugehören.
Markus O.Wentink
engagiert.freiwillig. - Freiwilligenjahr 2011

Dienstag, 15. November 2011

Martinsfest in Langnau

Zum vierten Mal fand am 11. November 2011 das spätherbstliche Martinsfest in Langnau am Albis statt. Ein stimmungsvoller Abend für gross und klein, egal welcher Konfession, mit Lichterumzug, Martinsspiel, Glühwein, Punsch und Grittibänz.


Eine merkwürdige Szene
Die spätherbstliche Abendluft hängt schwer über dem Platz. In der Mitte der Dunkelheit flackert angenehm warm und hell  ein Feuer. Gespannte Gesichter von Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern werden erhellt. In Reihen stehen die Menschen um das Feuer, ringsherum um eine merkwürdige Szene. Die armselige Figur eines Bettlers, mager und gebeugt, geht mit langsamen, wackligen Schritten um das Feuer herum und streckt seine zitternde Hand aus. „Habt Erbarmen mit mir. Nur ein paar Rappen, bitte!“ Der Mann friert offensichtlich und in vielen Kinderaugen wird das Mitleid immer greifbarer. Stille. „Was passiert jetzt?“, scheinen die Blicke der Vielen zu fragen, als plötzlich ein Raunen durch die Menge geht. Wie aus dem Nichts ist er da. Hoch zu Ross mit der aufrechten, stolzen Haltung des römischen Offiziers. Seine Rüstung wirft schimmernd das Licht des Feuers zurück. Der Reiter steigt herab, während das Pferd Schwaden heissen Atemdampfes in den kalten Abend bläst. Langsam geht der Reiter auf den Bettler zu. Die Blicke der beiden so unterschiedlichen Menschen begegnen sich. Alle verstummen und die Zeit scheint für einen Augenblick still zu stehen. Ein Geräusch von Metall ist plötzlich zu hören. Entschlossen hat der Soldat sein Schwert gezückt – nicht um weh zu tun, sondern um zu teilen. Sein schwerer, warmer Mantel rutscht von seinen Schultern. Der Reiter hält ihn fest und trennt ihn mit dem Schwert in zwei Teile. Mit einer liebevollen Geste hängt er die eine Hälfte dem Armen um die Schulter, der sich schnell in den warmen Stoff einhüllt. Ein dankbarer Blick und ein fester Händedruck und der Offizier sitzt schon wieder auf dem Pferd. Schnell hat er das Ross an die Zügel genommen und reitet in die Nacht. Berührt bleiben die Menschen am Feuer stehen, mit dem Bettler in ihrer Mitte, und schauen dem Reiter nach.

Fest und Feuer auf dem Kirchplatz
Diese merkwürdige Szene bildet den Höhepunkt des Langnauer Martinsfestes. Der Reiter stellt den Heiligen Martin von Tours dar. Die Szene der Mantelteilung entstammt seiner Heiligenvita und wird am Martinstag an vielen Orten der Welt nachgespielt. In Langnau begannen wir auf dem Dorfplatz um 18.00 Uhr. Mit Fackeln und Laternen machten wir uns auf den Weg zum Platz vor der katholischen Kirche, wo die berühmte Szene gespielt wurde. Nach ein paar kurzen Gedanken in der Kirche wurde am Feuer gefeiert mit Grittibänz, Punsch und Glühwein, begleitet vom Musikverein Langnau.
Auch wenn das Fest von der katholischen Pfarrei organisiert wird, so ist es doch gedacht für alle, egal welcher Konfession. Einfach eine gute Gelegenheit mit der ganzen Familie, oder auch allein, einen guten Abend zu verbringen, andere Leute zu treffen und den Spätherbst zu geniessen.





Ein Fest mit Tradition
Wer kennt sie nicht die Martinsgans? Sie ist nur eine von vielen Traditionen und Bräuchen, die sich rund um das Martinsfest ranken. Auch wenn wir in Langnau erst zum vierten Mal ein Martinsfest feiern, so gibt es doch viele lebendige Traditionen an vielen Orten in der Schweiz und in Europa. An manchen Orten wird Martin aber auch erst wiederentdeckt, weil die Festbräuche schön und heimelig sind, aber auch weil die Gestalt des Heiligen auch heute noch viele Menschen berühren kann und eine ganz aktuelle Botschaft hat.

Ein Mann und seine Botschaft
Martin hat wirklich gelebt. Er wurde um das Jahr 316/317 in Sabaria, im heutigen Ungarn, in eine römische, nichtchristliche Offiziersfamilie hinein geboren. Früh hatte er Kontakte mit Christen, bis zu seiner Taufe sollte allerdings lange Zeit vergehen. Nach der Begegnung mit dem Bettler in der französischen Stadt Amiens hatte Martin in der Nacht einen Traum. Er sah den Bettler vor sich, bekleidet mit dem halben Mantelteil. Das Gesicht des Bettlers war allerdings verändert: In der Gestalt des Bettlers sah Martin Jesus Christus. Die Stelle aus dem Evangelium „Was du dem geringsten meiner Brüder getan hast, dass hast du mir getan“, liess Martin nicht mehr los. Martin liess sich taufen, verschenkte seinen Besitz und hängte das Soldatentum an den Nagel. Im weiteren Verlauf seines Lebens wurde er als Mystiker und Freund der Armen bekannt. Später zum Bischof gewählt, wurde er nach seinem Tod schon früh, besonders vom einfachen Volk als Heiliger verehrt.




Sozialprojekt 2011
Martin lädt uns ein zum Teilen. Wir wollen das St.Loreto Kinderheim in Mbinga/Tansania unterstützen. Dieses Heim beherbergt 80 Kinder, die behindert oder Waise sind. Das Heim wurde neben der Schule Ya Huruma gebaut, um den behinderten Kindern einen kurzen Schulweg zu ermöglichen, welchen sie mit Rollstuhl oder Gehhilfen bewerkstelligen können.
Beim Lernen, bei der Arbeit, im Spiel und in der Gemeinschaft  helfen sich die Kinder gegenseitig ihr hartes Schicksal zu tragen. Dabei finden sie Selbstwertgefühl und innere Freude.
St. Loreto wird von den Barmherzigen Schwestern vom Vinzenz von Paul geleitet und getragen. Ihre Sorge gilt allen, die in irgendeiner Weise arm oder hilfsbedürtig sind. Sie sehen ihre Berufung zur Nachfolge Christi als Dienst an den Armen.
Ohne unsere Unterstützung und Hilfe von aussen sind die Zukunftschancen der behinderten Kinder sehr gering bis nicht vorhanden.

Adventliche Gedanken

Advent
Advent meint Erwartung
Erwartung des Entgegenkommenden
erblüht im Jetzt
Kein abgeschlossenes, verschlossenes Leben
gefangen in Vergangenheit
Menschenseelen öffnen sich
harren aus und halten aus
im Pulsschlag der Sehnsucht
nach Licht
nach Leben
nach Liebe
Ich habe Zukunft
immer

                                     Markus O.Wentink

Montag, 30. Mai 2011

Visionen für einen Dorfplatz - Predigt von Dr. Jan Bauke zur Einweihung des neuen Dorfplatzes von Langnau am Albis

Mit einem Volksfest vom 27.- 29. Mai wurde der neue Dorfplatz in Langnau am Albis eingeweiht. Einen Höhepunkt bildete der ökumenische Gottesdienst am Sonntag, dem der reformierte Theologe Dr. Jan Bauke und der katholische Gemeindeleiter Diakon Markus O. Wentink vorstanden.

Liebe Langnauerinnen und Langnauer, liebe Festgemeinde!

November 1991. Es ist kalt. Und feucht. Und neblig. Wir fahren mit der SZU nach Langnau. Langnau - wo um alles in der Welt liegt das? Der Zug hält an. Wir steigen aus - und stehen verloren auf dem Bahnperron. Der Verkehr der Sihltalstrasse dröhnt uns entgegen. Wir sind durchfroren. "Langnauer Hof" prangt an einem Haus neben dem Bahnhof über der Türe. Ein warmer Kaffee – ja, das brauchen wir jetzt. Wir öffnen die Türe und treten ein. Zigarettenrauchgeschwängerte Luft schwappt uns entgegen. Es ist laut und stickig. An einigen Tischen wird gejasst, an anderen lautstark debattiert. Ist heute Abstimmungssonntag?
Wir trinken unseren Kaffee, zahlen und gehen. Es ist immer noch nass und kalt. Auto um Auto rauscht an uns vorbei. Wir trotten los. Wo ist das Dorf? Wo ist das Dorfzentrum? An der Bahnhofskreuzung weist eine Tafel Richtung Albis. Wir stapfen los. Schon nach wenigen Metern wird es schwierig. Alte Dorfstrasse oder Neue Dorfstrasse? Dorfstrasse klingt gut, Alte Dorfstrasse noch besser.
Der Dorfbach rauscht, wir kommen an einem moderneren Gewerbegebäude vorbei, an alten Flarzhäusern, an einer Fabrik. Kein Laden zeigt sich, kein Restaurant, keine Kirche, kein Dorf und kein Dorfzentrum. Und auch Spaziergänger begegnen uns keine. Wo um Gottes Willen sind wir hin geraten?
Plötzlich stehen wir vor einem alten Schulhaus und einer Molkerei. Vielleicht versteckt sich das Dorf ja hier. Wieder werden wir enttäuscht. Der Nebel wird dichter. Also weiter dem Dorfbach entlang und weiter bergauf. Dann stehen wir auf der Albisstrasse. Vor uns ein letztes Haus mit Scheune und der Wald. Haben wir irgendeine Abzweigung verpasst? Versteckt sich das Dorf absichtlich? Wir kehren um. Der Nebel lichtet sich und wir sehen plötzlich - eine Kirche! Wir steuern auf sie zu, drücken die Türklinke - leicht knarrend lässt sich die schwere Türe öffnen. Das Innere der Kirche ist nüchtern, typisch reformiert, die Milchglasfenster sind grau wie der Nebel draussen, das farbige Kreuz im mittleren Chorfenster wirkt wuchtig und will irgendwie nicht richtig zum Rest der Kirche passen.
Wir verlassen die Kirche, stehen auf dem Kirchplatz. Immerhin, die reformierte Kirche haben wir gefunden, aber das Dorfzentrum? Wollen wir wirklich von Zürich mit seinen vielen Plätzen und seiner schönen Altstadt links und rechts der Limmat nach Langnau ziehen?
Wir sind nach Langnau gezogen! Ich wohne nun schon fast zwanzig Jahre hier, und ich habe Langnau liebgewonnen. Auch ohne Dorfzentrum. Denn von Dorfzentrum ist in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts in Langnau noch immer keine Spur zu sehen. Jedenfalls sehe ich sie nicht. Dafür stosse ich eines Tages zufällig im Parterre des Pfarrhauses auf riesige und schon etwas angestaubte Papprollen. Neugierig öffne ich sie. Sie enthalten filigrane Zeichnungen mit Gebäuden und Strassen und Plätzen.
Ich betrachte die Zeichnung und Pläne und plötzlich wird mir klar: Ich habe das Langnauer Dorfzentrum in meinen Händen. Ein richtiges Dorfzentrum mit Dorfplatz, Kirche, Schule, Läden, Gemeindehaus. Ein schöner Traum?
Ein Grossteil der Zeichnungen ist Traum geblieben. Das Schwerziareal ist überbaut - mit Gemeindezentrum und Schulhäusern, aber ohne Kirche, Läden und Dorfplatz. Kein Wunder also, dass Ende der 90er Jahre die Stimmen in Langnau immer lauter werden, die sich ein Dorfzentrum wünschen. Aber noch einmal vergehen zehn lange Jahre mit viel Emotionen und Diskussionen, mit Pro und Contra, mit Wenn und Aber. Sie kennen die Geschichte!
Und dann ist er da der Langnauer Dorfplatz, dessen Einweihung wir heute feiern. Herzlichen Glückwunsch, und: Hoch soll er leben, und mit ihm all das, was wir uns von ihm erhoffen: fröhliche Festanlässe, kulturelle Höhepunkte, Begegnungen von Jung und Alt.
Wer baut, liebe Langnauerinnen und Langnauer, braucht nicht nur Geld. Er braucht Verhandlungsgeschick, Fingerspitzengefühl und Mut für die richtigen Entscheidungen, und vor allem Visionen, wie das Bauwerk eines Tages aussehen wird. Lange vor dem Langnauer Dorfplatz wollen die Bewohner von Jerusalem ihre zerstörte Stadt wieder aufbauen. Doch der Bau geht schleppend voran, viele zweifeln, dass er gelingt. Da tritt der Prophet Sacharja auf und lässt in eindrücklichen Nachtgesichten (Träumen) und Visionen das neue Jerusalem vor den Augen der Israeliten entstehen: „Jerusalem soll ohne Mauern bewohnt werden wegen der grossen Menge der Menschen und des Viehs, die darin sein wird. Doch ich will, spricht der Herr, eine feurige Mauer rings um sie her sein und will mich herrlich erweisen“ (Sach 2,8f). – „Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr“ (Sach 2,14).
Nach 70 Jahren Elend (wörtlich Ausland) im sog. babylonischen Exil (vgl. Sach 1,12) sind solche Visionen Balsam für die Seele der Israeliten. Jerusalem, nach der Eroberung durch die Babylonier ein trostloser und öder Ort, wird wieder aufgebaut (Sach 1,16)! Mit einer neuen Stadtmauer, mit einem neuen Tempel und mit neuen Plätzen:
Lesung Sacharja 8,3-6
„(3) So spricht der Herr: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und will zu Jerusalem wohnen, dass Jerusalem eine Stadt der Treue heissen soll und der Berg des Herrn Zebaoth ein heiliger Berg. (4) So spricht der Herr Zebaoth: es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, (5) und die Plätze der Stadt sollen voll sein Knaben und Mädchen, die dort spielen. (6) So spricht der Herr Zebaoth: Erscheint dies auch unmöglich in den Augen derer, die in dieser Zeit übriggeblieben sind von diesem Volk, sollte es darum auch unmöglich erscheinen in meinen Augen? spricht der Herr Zebaoth.“

Was für ein Bild – Alt und Jung an einem Platz! Eine schöne Vision! Und ein gutes Motto für den Langnauer Dorfplatz! Aber aufgepasst – bei aller Freude über die schöne Vision. Visionen sind nicht einfach Realität. Visionen sind weder der berühmte Spatz in der Hand noch die Taube auf dem Dach. Das, was Visionen aufzeigen, lässt sich nicht im Handumdrehen herstellen. Visionen sind Hoffnungsbilder. Mal stehen sie klarer vor unserem inneren Auge, mal sind sie verschwommen, mal drohen sie ganz zu verblassen.
Aber Visionen sind im wörtlichen Sinne not-wendig. Ohne Visionen bleibt das Leben grau und unser Langnauer Dorfplatz ein Haufen Steine und Beton. Unser Dorfplatz, liebe Langnauerinnen und Langnauer, braucht uns, jung und alt, Sie und mich. Und er braucht einen Dorfgeist, der ihm Leben einhaucht. Einen Geist, der die Vision eines lebendigen Dorfplatzes Wirklichkeit werden lässt – Gottes guter und heiliger Geist!
Gibt es das? Ja, nein, vielleicht? Warum denn nicht? möchte ich zurückfragen, oder mit Sacharja: „Erscheint dies auch unmöglich in euren Augen, sollte es darum auch unmöglich erscheinen in Gottes Augen“ (Sach 8,6)? 

Samstag, 14. Mai 2011

Betrachtung zum Psalm 23 - Landschaften des Vertrauens

Psalm 23 ist ein uraltes Gebet. Ein Gebet mit archetypischen Bildern, die mein Herz berühren. Fasst wie eine Landschaft, die von einem Weg durchzogen wird, liegen die Bilder vor mir. Ein Weg der mich an meinen eigenen Lebensweg heranführen möchte, wie jeder gegangene Pilgerweg auch eine Einladung ist, meine Lebensschritte bewusster zu setzen, zurückzuschauen und die Kraft zu erspüren, die mich immer weitergehen lässt. In Gedanken gehe ich den Weg durch die Welt, die sich mir in Psalm 23 darbietet, dessen Worte, Bilder und lyrische Landschaften lebendig werden können, in Verbindung mit den Landschaften, die mir in meinem Alltag begegnen und die als Bilder meiner Seele in meinem Inneren lebendig sind. Meine Lebenswirklichkeit lasse ich von der Kraft des heiligen Textes berühren. Was mir dabei durch Kopf und Herz geht findet seinen Ausdruck in Fragen, Feststellungen und im Gespräch mit Gott.
Waldweg im Jonenthal (AG)




Ausgangspunkt und Aufbruch


Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Am Ausgangspunkt des Psalms steht der Beter mit dem kraftvollen Ausspruch: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.“ In diesem Satz klingt in mir die Bereitschaft zum Aufbruch wieder. Eine Bereitschaft, die sich nicht aus irgendwelchen Notwendigkeiten oder Zwängen nährt, sondern vielmehr unendliches Vertrauen ausdrückt. Ein Vertrauen, das nicht durch verständnissuchende Erklärungen entzaubert wird. Es kommt aus der Tiefe der Seele und ist einfach da, wie ein Geschenk. Ich fühle mich eingeladen, zu schmecken, wie dieses Vertrauen schmeckt und mich an den Ort des Beters zu stellen und mir sein Gebet zu eigen zu machen.
Ja, ich habe Vertrauen und ich spüre den Drang, los zu gehen. Nicht einfach wahllos und auch nicht minutiös geplant, sondern mit einem offenen Herz für deine Gegenwart, mein Gott. In deine Gegenwart kann ich mich fallen lassen, denn du bist mein Hirte. ich nehme dieses Geschenk an und möchte mich auf dem Weg, der vor mir liegt, deiner Leitung anvertrauen. Ich meine damit nicht, an straffen Fäden zu hängen, wie eine Marionette, auch erwarte ich keine Führung, wie durch ein Navigationsgerät, technisch, akkurat und fehlerfrei, ohne mein Zutun. Dass du, Gott, mein Hirte bist, heisst für mich, dass mein Leben nicht deshalb gelingen wird, weil ich alles fest im Griff habe und immer stark genug bin, die richtigen Entscheidungen zu treffen, sondern weil da ein grosser Plan ist, wie ich das Ziel meines Lebens erreichen werde. Ein Plan, der mich übersteigt. Du lässt mir alle Freiheit. Auch die Freiheit, falsche Wege zu gehen und auch negative Erfahrungen zu sammeln. Deine Führung erspart mir nicht das Leben, vielmehr gehst du liebend neben mir her und bietest mir deine Hand an.
Gottes Führung setzt Gespräch und Beziehung voraus. Sie entmündigt mich nicht, sondern fordert mich dazu heraus, sehr achtsam zu sein, für Gottes Wirken, Wort und Gegenwart in meinem Alltag.
Ich mache mich auf den Weg und vor mir breitet sich ein buntes und lebendiges Panorama aus. Mit Bildern und Orten, die mein Herz vor Sehnsucht und Glück höher schlagen lassen, aber auch mit Orten, die mir Angst machen. Ich kann aufbrechen, mit dem Vertrauen im Herzen, dass ich mich in der Lust nicht verliere, der Bedrohung standhalte und im Tod nicht in das Nichts versinke. Ich gehe.

Ort der Freiheit und Ruhe


Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Er stillt mein Verlangen.
Grün soweit das Auge reicht. Saftige Wiesen, deren Halme sich im Wind wiegen. Ein Ort der Freiheit und Weite. Ich möchte springen und laufen. Einfach schnell laufen, egal wohin, meine Arme ausbreiten und mich mit dem sanften Sog der frischen Brise treiben lassen. Sich irgendwo einfach fallen lassen und an frischen Quellen meinen Durst löschen. Auf dem Rücken liegend mit den Handflächen über das Gras streichen und den Blick meiner Augen sich im Himmel verlieren lassen.
Zu solch einem Ort führst du mich. Ich darf ihn geniessen. Ich brauche nicht immer nach diesen quälenden Antworten zu suchen, wie „ich darf jetzt geniessen, weil…..-.“. Ich bin frei, mein Gott, dass sagst du mir. Immer wieder bricht dieses Urgefühl in den Situationen meines Alltages durch, in den unterschiedlichsten Bildern. Ich darf es leben. Das gibst du mir zu verstehen. Du kennst mein Verlangen nach Freiheit und Weite und möchtest es stillen. Deine heiligen Quellen werden zur Lust. Im grossen Panorama der Freiheit brauche ich diese Quellen, um mich nicht zu verlieren und innerlich zu verdursten. Die Weite macht mir keine Angst. Ich kann sie geniessen und bin nicht hin- und hergerissen in der Angst etwas zu verpassen. An den Quellen kann ich zu Ruhe kommen. Ich möchte achtsam sein für die Quellen auf meinem Lebensweg.

Unterwegs


Er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.
Der nächste Ort ist eigentlich gar kein Ort. Es ist das Unterwegssein, wenn ich meinen Blick nach unten vor die Füsse richte, wenn ich nicht merke wie die Zeit vergeht und meine Gedanken wandern, angeregt vom Rhythmus der Schritte. Das Gehen läuft fast automatisch ab und manchmal muss ich staunen, dass ich nicht gestolpert oder gestrauchelt bin. Löcher und Steine habe ich intuitiv umgangen oder sicher überwunden. Ich möchte mit dem Beter des Psalms sagen: „Er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.“ Dein Name, Gott, der bezeichnet dein Wesen und dein Wesen ist Liebe. Du hast keine Freude an meinem Straucheln und wenn ich strauchel, hilfst du mir wieder auf. Lehre mich deine Wege Herr. Ich möchte still werden und dir lauschen. Ich möchte mein Herz öffnen für deine Gegenwart – jetzt und hier.

Todesschattenschlucht


Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.
Nicht nur schöne Landschaften bilden den Horizont für meinen Weg. Zum Panorama von Psalm 23 gehört auch ein Ort, den Martin Buber mit „die Todesschattenschlucht“ übersetzt. Es ist der Ort, an welchem auch auf mein Leben der Schatten des Todes fällt. In den steilen Wänden der Schlucht halte ich den Atem an. ich spüre meine Angst vor dem Tod – meine Angst vor der grossen schwarzen Leere, die mir nicht nur im Tod entgegenkommt, sondern auch in den vielen grausamen Sinnlosigkeiten des Alltags. Muss ich hier versinken? Greift mein lebenshungriges Suchen ins Leere? Ich kenne diese Augenblicke, in welchen das Leben aus meinem Inneren zu verdunsten scheint und harte Kälte mein Herz umgreift.
Abschied, Krankheit, Einsamkeit, Tod und noch viele andere Worte kommen mir in den Sinn. Trägt mein Vertrauen an diesem Ort? Werde ich dich spüren, wenn ich falle?
Ich halte inne und atme langsam aus, spüre Boden unter meinen Füssen und beginne leise zu beten: „Dein Stock und dein Stab stützen mich,.“

Ort der Bedrohung


Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde
An diesem Ort muss ich ihnen in die Augen blicken: meinen Feinden, ja allem, was mich bedroht. Du mein Gott lässt sie nicht einfach verschwinden, wie ich es mir oft gewünscht habe. Ich fühle mich klein und ausgeliefert. Aggression steigt in mir hoch.
Unerwartetes geschieht: du veränderst die Situation und deckst mir den Tisch. Ich spüre die Kraft, die ich brauche um mich nieder zu lassen – vor ihren Augen. Ein gedeckter Tisch zwischen mir und dem, was mich bedroht. Ich lasse mich darauf ein und gebe mich nicht meinen Aggressionen hin und suche auch nicht die Flucht. Spürt das Gegenüber die Veränderung? Was passiert, wenn sie sich mit an meinen Tisch setzen?
Mein Gott, es tut so gut, über seinen eigenen Angstschatten zu springen und dem, was mich bedroht, ins Gesicht zu schauen. Auch wenn die Bedrohung nicht schnell zur leutseligen Tischgenossin mutiert und ihre Zähne verliert, ich kann vor ihr leben. Sie hat nicht das letzte Wort. Das, mein Gott, schenkst du mir.

Ort der Gastfreundschaft und des Auftrags


Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher.
Ich kann bei dir zu Gast sein. In meinem Rücken liegt ein langer Weg, auch mit Todesschatten und Bedrohung. Ich kann mich niederlassen bei dir und sein wie ich bin. Du salbst mir das Haupt, nach uralter orientalischer Sitte, welche dies den Gastgeber einem wertgeschätzten Gast gegenüber tun liess. Du meinst mich, mein Gott. Du meinst mich, so wie ich bin und lädst mich ein, zu rasten in deiner Gegenwart, ganz ohne Vorbedingungen. Ich sehne mich nach dieser Geborgenheit, die in stillschweigendem Miteinander spürbar wird.
Du lässt mich verwandelt weiterziehen und das Bild der Salbung erinnert mich an die Salbung der Könige und Propheten und auch an die Salbung anlässlich meiner Taufe. Die Begegnung mit dir ist nicht mein Eigentum. Sie sendet mich in meine Alltagswelt. Ich habe eine Aufgabe, einen Auftrag, auch wenn ich mich manchmal nutzlos fühle. Das, was für mich zu tun ist, mache ich mit der Erinnerung an die Salbung, die ich in deiner Nähe erhalten habe. Ich möchte alles machen, mit dir im Herzen. Auch das gewöhnliche und alltägliche. Mit dem Echo, das die Begegnung mit dir ausgelöst hat, im Herzen verändere ich mich und es verändert sich auch das, was ich tue und was ich berühre. Ich nehme an, was aus deiner Hand kommt und trinke den Kelch, den du mir füllst. Lachen oder Weinen - aus deiner Hand nehme ich es an. Verbunden fühle ich mich jetzt mit Jesus, der betete: „Lass diesen Kelch an mir vorübergehen, aber nicht mein Wille geschehe, sondern deiner,“ und ging dann hin, um das zu tun, was zu tun war.

Ort der glücklichen Heimkehr
Wallfahrtskapelle Jonenthal

Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang und zum Haus des Herrn kehre ich zurück (darf ich wohnen) für die Länge meiner Tage.
Ich schau mich um. Es ist viel passiert auf meinem Weg und mein Vertrauen hat sich gelohnt. Es war das Vertrauen, dass deine Führung auf meinem Weg zuliess. Es konnte so Kraft freigesetzt werden, die vieles möglich gemacht hat, was allein ein guter Wille nicht vermocht hätte. Ich bin jetzt am Ziel und komme zurück in dein Haus. Ich komme zurück in dein Heiligtum und habe das Ziel meines Weges erreicht. Kein Ziel, das mir völlig unbekannt wäre, oder wo ich noch nie gewesen wäre. Ich bin dankbar das Martin Buber den letzten Vers von Psalm 23 mit der Wort „zurückkehren“ übersetzt hat, denn irgendwie muss ich schon oft in deinem Heiligtum gewesen sein. Das spüre ich. Wenn ich auf meinem Weg nicht schon immer ein Stück deines Heiligtums, ein Stück des Himmels, in meinem Herzen gehabt hätte, hätte ich den Weg nicht gehen können.
Ich werde still und staune: Ein uraltes Gebet, Psalm 23 ist zu meinem Gebet geworden.
Markus O. Wentink

Die folgende Betrachtung ist entstanden als begleitender Text zur Morgenwanderung zur Kapelle im Jonenthal (AG) am 14. Mai 2011, die vom Katholischen Männerverein Langnau-Gattikon organisiert wurde.

Samstag, 23. April 2011

Kreuzverehrung warum?


Holzkreuz - entworfen und umgesetzt von Yvonne Heinrich und Bruno Ursprung
(verhüllt vor der Karfreitagsliturgie)
Fotos von Hans Rohrer (Langnau a.A.)


unverhüllt während der Fastenzeit

Karfreitagsgedanken von Yvonne Heinrich

Wir haben in der diesjährigen Fastenzeit in der unserer Pfarrkirche in Langnau das Kreuz mit einem Corpus ins Zentrum gerückt. Dazu haben wir verschiedene Leid- und Notsituationen aus Tageszeitungen und der Fastenagenda 2011 gelegt.
Was soll das? Verehren/verherrlichen wir damit das Leiden ?!
Buddhisten haben sich schon empört über dieses christliche Zeichen - das soll ein Hoffnungszeichen sein , ein Gemarteter am Galgen?! Da ist der ruhig dasitzende in sich gekehrte Buddha doch schon attraktiver, ansprechender.
Auch bei uns entbrennt ja immer mal wieder die Diskussion über die Salonfähigkeit des Kreuzes – mit oder ohne Corpus - (und es geht hier nicht nur um interreligiöse Toleranz).
Zur Karfreitagsliturgie gehört die Verehrung des Kreuzes. Aber was tun wir da eigentlich?!

Wenn wir das Kreuz verehren, dann verherrlichen wir sicher nicht das LEIDEN.
Auch Jesus hat dies ja nie getan, im Gegenteil:  Sein Leben und Engagement für die Menschen war immer leidenschaftlicher Einsatz für das Leben, für das Glück, für das Heil der Menschen. Er wollte die Heilung eines Gelähmten nicht um einen Tag aufschieben, auch wenn es Sabbat war: - ein grosses Sakrileg !
Sein Tod steht in der Verlängerung seines Lebens: sein Todesleiden erwuchs u.a. aus dem Kampf gegen das Leid. Deshalb kann Kreuzverehrung niemals Leidverharmlosung oder gar Verherrlichung bedeuten!

Kreuzverehrung heisst etwas anderes, dazu 3 Punkte:
Kreuzverehrung ist …
1. Dank für Jesu / Gottes vergebende und uns befreiende Liebe auch noch in äusserster Anfechtung: sein Ja zu uns Menschen (als Täter u Opfer), wo wir ihm gewaltsam ein Nein ins Gesicht schleudern: z.B.„ich kenne dich nicht¨- „kreuziget ihn“ oder heute „der Verhungernde soll doch sterben“… „ nun ja, Kriegs gab’s schon immer“ ..oder…“was mit der Umwelt passiert in 100 Jahren ?!– mich betriffts ja nicht mehr“! so und anders kann dieses NEIN zu Gott tönen.
Kreuzverehrung ist gleichzeitig Dank für Gottes Solidarität mit uns in dunkelsten Leid- und Verlassenheitserfahrungen, wie Krankheit und Sterben/Tod. **

2. Mitleid und Achtung/Respekt gegenüber all denen, die heute leiden, seelisch oder körperlich:..ev. bei uns zuhause, in den Onkologien der Spitälern, im strahlenverseuchten Gebiet Japans,  in Misrata… oder …?! Deshalb gehört der Bilderweg mit heutiger Not mit dazu. Christus leidet auch heute noch in allen Menschen, denen Schweres auferlegt ist. Das sagt uns Paulus im 24. Kapitel des Kolosserbriefes: „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“

3.und als drittes: Kreuzverehrung nimmt uns ganz konkret in Pflicht u Verantwortung: Wir können nicht gleichgültig wegsehen! Auch wir sind gerufen zu handeln, alles Mögliche tun, um Not und Leiden um uns zu mindern oder, wo nicht möglich, mindestens solidarisch zu begleiten.

In der Karfreitagsliturgie sind wir eingeladen in diesem 3-fachen Sinne das Kreuz zu verehren: Dank, mitleidsvoller Respekt, Verpflichtung zur Tat.
Kreuzverehrung geschieht in persönlichen Gesten. Man kann eine Blume zum Kreuz bringen oder eine andere ganz individuelle Geste wählen. Dazu erklingt der Liedvers: „Adoramus te Christe, benedicimus tibi, quia per crucem tuam redemisti mundum“, das heisst: „Wir beten dich an, Christus, und preisen dich, denn durch dein Kreuz hast du die Welt erlöst.“


* Ich habe 2 Menschen in ihrer schlimmen Sterbephase des Krebleidens begleitet. Sie haben ihrem (so sinnlos erscheinenden) Leiden einen tieferen Sinn gegeben als leiden-schaftliches Gebet für andere Menschen und als ihre persönlich Dankesantwort an Jesus. Sie sind erstaunlich froh und gelassen gestorben.


Die Theologin, Künstlerin und Kunsttherapeutin Yvonne Heinrich arbeitet seit 2008 in der Pfarrei Langnau-Gattikon als Pastoralassistentin und Seelsorgerin.

Samstag, 16. April 2011

Wohin reitest du?

Gedanken zum Palmsonntag
von Markus O.Wentink
Manchmal träume ich – ich steh an dieser Strasse. Gewalzt und ausgetreten in vielen Jahren, schlängelt sie sich auf die Stadt hin, die vielen Menschen heilig ist. Ich sehe dir nach, wie du mit leicht hängenden Schultern an mir vorbei reitest, auf dieser Strasse, sonnenbeschienen und umfangen von Staubwolken, die von der begeisterten Menge aufgewirbelt wurden. Viele Menschen sind da, manche ganz ausser sich vor Freude und Zuneigung. Sie winken und jubeln. Einige habe Zweige abgerissen und wedeln damit voll äusserer und innerer Bewegung. Die Menge drängt auf dich zu. Ich sehe Leute, die sich heiser schreien, voll Ergriffenheit.
Warum tun sie das? Wegen dir?
Sie haben viel von dir gehört, denn du bist berühmt geworden. Du kannst die Massen ansprechen und die Herzen bewegen, so sagt man. Einige hätten dir die Gesundheit und andere noch viel mehr zu verdanken, ist berichtet worden. Viele wollen dich sehen und wenn es geht, sogar berühren. Es wird sicherlich den einen oder die andere geben, die anschliessend erzählen werden, sie hätten etwas ganz grossartiges erlebt und es sei fast so etwas wie der Flügelschlag Gottes zu spüren gewesen. Sie scheinen dir einfach alles zuzutrauen an diesem Tag. Du bist jemand, zu dem sie aufschauen können, der alles im Griff zu haben scheint und von dem man noch eine ganze Menge hören und sehen wird. Für sie alle bist du heute der Star mit einer unglaublichen Ausstrahlung.
Inmitten dieser bewegten Szene bleibt mein Blick an dir haften. Irgendwie bist du nicht einfach der strahlende Fluchtpunkt dieses bewegten Bildes. Es fehlt das zurückblickende Siegerlächeln, welches sagt: Alles klar! Das kriegen wir schon hin! Zweifel macht mich still. Der Jubel scheint dich eher zu erdrücken und du wirkst fast wie hin und her gestossen. Das ist nicht dein Jubel, nicht das Gefühl, das du aufsaugst, wie ein trockener Schwamm das Wasser. Ich blicke dir nach, wie du weiter reitest auf deinem Esel. Wohin reitest du? Weisst du wohin die Reise geht? Ich glaube, diese Frage nagt in dir. Du ahnst, dass dein weiterer Weg nicht einfach ein Siegeszug sein wird und der Jubel ganz schnell verstummen kann, wenn aus der Siegerpose Angstschweiss und aus dem Held ein Opfer von Gewalt und Folter wird. Du hast es nicht in der Hand, was geschehen wird und auf dich zukommt in der Stadt. Du kannst es nicht planen und bestimmen. Alles ist möglich.
Hast du gehört? – die vertraute Stimme meiner Mitarbeiterin holt mich zurück in den Alltag – Hast du es schon gehört: Frau F. ist gestorben!?
Nein, habe ich noch nicht!
Die Nachricht trifft mich, habe ich Frau F. doch noch vor nicht allzu langer Zeit gesehen und auf der Orgel spielen gehört. Stimmt, sie war nicht mehr die Jüngste, aber ihr Tod überfährt mich etwas. Damit habe ich nicht gerechnet. Spontan entsteht ein Bild mit ihrem freundlichen Lachen in meinem Inneren und ich bin berührt. Das Leben ist manchmal ein Wahnsinn, schiesst es mir durch den Kopf, manchmal kann einem das richtig Angst machen.
Ich schaue dir nach mein Reiter, wie du fortreitest in eine ungewisse und bedrohliche Zukunft. Keine Durchhalteparolen höre ich von dir, sondern spüre vielmehr deine wachsende Ohnmacht der Gewalt gegenüber.
Wohin reitest du?
Das weisst du wahrscheinlich selber nicht. Aber du reitest und lässt das Leben bewusst geschehen. Ich spüre hier eine Kraft, die mich ergreift und mich meinen Weg mit mehr Vertrauen unter die Füsse nehmen lässt.

Dienstag, 5. April 2011

Japan im März 2011

Verstörende Bilder zwischen Mitleid und Angst
Ich sitze im Zug zwischen Thalwil und Chur am Nachmittag. Eigentlich fahren wir durch einen vielversprechenden Frühlingstag. Immer wieder kämpft sich die Sonne durch die Wolken, wärmt und spiegelt sich im Wasser des Zürichsees, der links neben dem Zug vorbeizieht. Zugfahren hat etwas beruhigendes, besonders wenn es durch malerische Landschaften, pittoreske Bergpanoramen und aufgeräumte Weiler geht. Eigentlich nicht nur Fortbewegung, sondern auch Genuss und ich versuche auch heute meinen Blick in die Landschaft zu legen und die innere Ruhe zu spüren, die sich in den Landschaftsbildern spiegelt.
Heute gelingt dies jedoch nicht.
Immer wieder schieben sich die Bilder vor die vorbeiziehende Landschaft, denen ich in der vergangenen Woche ausgeliefert war. Bilder von zerstörter Landschaft, von Buchten, angefüllt mit Trümmern, von Städten und Dörfern, die nur noch in Spuren erkennbar sind, von zivilisatorischen Errungenschaften, die zum Spielball entfesselter Naturgewalten wurden – nichts mehr dort, wo es hingehört. Es sind die Katastrophenbilder aus Japan, welche über unsere Nachrichtensender direkt und immer wieder in unsere Wirklichkeit gebracht werden und so ein Teil von ihr werden. Sie gehen in meinem Kopf herum – diese Bilder: Die Verwüstungen, die die zerstörerische Kraft des Erdbebens und des Tsunamis im Norden Japans hinterlassen haben. Und dann das zerstörte Atomkraftwerk – immer wieder – statt Worte und Erklärungen, die Bilder der Trümmer und der verzweifelten Versuche zu retten, was zu retten ist.
Ich schliesse die Augen und versuch meine Gefühle zu ordnen. Da ist sicherlich Mitleid – grosses Mitleid mit einem Vater beispielsweise, der ziellos durch die Trümmer klettert und immer wieder den Namen seines vermissten Sohnes ruft. Oder  mit einer alten Frau, die vor dem leeren Fleck stehend, an dem einmal ihr Haus stand, nicht mehr weiss, wie sie weiter leben soll. Unendliches Leid, dass auch bei mir Mitleid und, vielleicht sogar noch stärker, Ohnmacht hervorruft.
Was kann ich tun? Viele Menschen stellen sich wahrscheinlich  diese Frage. Spenden an die anerkannten Hilfswerke sind sicherlich ein sinnvolles Ventil dafür. Für mich als Christ gibt es aber auch noch den Weg des Gebetes, das mich stillwerden lässt vor den Augen Gottes und meine Seele ganz leise mitschwingen lässt in dem grossen Schrei der Not, der sich in den stillen und lauten Gebeten der Menschen in Japan seinen Weg sucht, seien sie Christen, Buddhisten, Shintu-Gläubige oder Anhänger anderer Religionen und Riten.
Es gibt aber noch ein anderes grosses Gefühl, tief in meiner Seele, dass durch die Bilder aus Japan ausgelöst, wirksam ist in meinen Gefühlen und Gedanken. Es ist eine urwüchsige Form der Angst. Keine direkte Angst, wie die Angst der Menschen vor atomarer Verstrahlung und Tod, denn ich bin weit weg von Fukushima. Aber es ist auch keine irrationale Angst, die in unseren Breitengraden Menschen Geigerzähler und Jodtabletten kaufen lässt. Es ist vielmehr die Urangst des Geschöpfes, dass sich ausgeliefert sieht. Ausgeliefert unbezwingbaren Naturkräften, aber auch entfesselten Kräften, die der Mensch vermeidlich für beherrschbar gehalten hatte, wie die Atomenergie, die nicht erst in Fukushima von der Stromversorgung in nukleare Verseuchung übergegangen ist.
Ich spüre diese Angst, auch wenn ich in Sicherheit bin, denn diese Sicherheit ist nur ein Zufall. Ein Zufall, dass ich am 11.März an den Ufern des Zürichsees aufgewacht bin und nicht an den verwüsteten und verstrahlten Stränden der japanischen Küste. Zufall, Glück, Schicksal oder Vorsehung – diese Worte werden gesagt, aber sie helfen mir nicht wirklich weiter.
Ich spüre diese existentielle Angst, als Teil des kollektiven Unterbewusstseins der Menschheit. Eine Urangst, die eingeflochten in das Gewebe unseres Unterbewusstseins, ihren Ausbruch findet hinauf zur Oberfläche unseres Lebens. Ich spüre, dass es hier keine einfache Hilfe gibt. Keine einfachen Erklärungen, die schnell daher gesagt werden könnten. Mit dieser Angst bin ich allein – radikal allein. Es geht um mich. Es geht um alles. Worte verfliegen, gehaltene Hände lösen sich und errichtete Fundamente brechen zusammen. Wohin kann ich kommen mit meiner Angst, die ich nicht wirklich verdrängen kann?
Jesus Christus ruft uns in den Texten des Neuen Testamentes immer wieder zu: „Habt keine Angst!“ Ich höre diesen Ruf. Aber ist es nicht einfach eine Form der Verdrängung, wenn ich mir einrede oder einreden lasse, dass da ein guter Gott ist, der schon alles zum Guten wenden wird.? Diese Frage steht im Raum und ich kann Menschen verstehen, die bei den Themen von Leid und Tod nichts mehr sehen und hören wollen und die Flucht antreten in die kleinen Genüsse des Alltags.
Der Ruf Jesu ist jedoch keine Vertröstung. Es ist nicht die versuchte Beruhigung eines Regierungssprechers, der versucht Panik unter den Menschen zu vermeiden. Im Leben Jesu zeigt mir vielmehr ein Gott sein Gesicht, der mein Leben ernst nimmt. Ein Gott der nicht als universelle Idee unendlich weit weg ist von mir und meinem existentiellen Ausgeliefertsein. Gott verspricht nicht – er geht mit. Er begibt sich hinein in das Abenteuer des Menschseins mit äusserster Konsequenz. Nicht nur bis hin zu Folter und Tod am Kreuz, sondern bis hinein in Angst und Verlassenheit. In den Worten: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“, begegnet mir der von Gott verlassene Gott. Das ist paradox, aber in diesen uralten Worten trifft mich eine Einladung. Eine Einladung mit meinen Gedanken inne zu halten und aus zu halten. Ich spüre, dass der mitleidende Gott nicht einfach eine alte Geschichte ist, sondern vielmehr eine Wirklichkeit meines Lebens.
Mein Zug bringt mich der Bündner Hauptstadt näher. Die Zeit zum Nachdenken und Nachspüren ist bald vorbei. Mein Alltag wartet auf mich. Ich schliesse meine Augen und spüre, dass ich nicht allein bin und möchte mir das Gebet der Königin Esther in ihrer Todesangst zu eigen machen: „Hilf mir, denn ich bin allein und habe niemand ausser dir, o Herr!“
In diesem Gebet findet das Alleinsein seinen Ausdruck, aber auch ein Vertrauen in die Gegenwart Gottes, dass nicht nur eine oberflächliche Ahnung ist, sondern aus dem existentiellen Urwissen der gläubigen Seele kommt. Dieses Vertrauen, in welchem Esther betet, ist ein Geschenk. Eine Lebenskraft, die wir nicht einfach machen oder herstellen können. Aber ich kann sie annehmen.

Laetare

oder von der Schwierigkeit, sich zu freuen


von Markus O.Wentink

Aufforderungen zu Fröhlichkeit und Frohsinn können einem manchmal ziemlich auf die Nerven gehen. Dies passiert besonders dann, wenn die persönlichen Umstände eines Menschen nicht dazu einladen, fröhlich zu sein. „Komm lächle doch mal!“ – kann als Aufforderung schon fast verletzend sein, wenn im Inneren der Seele das Herz weint. Andererseits kann eine solche Aufforderung, wenn sie ernst gemeint ist, eine Einladung sein, den letzten Strohhalm an Lebensfreude und Lebensqualität zu ergreifen. Manchmal braucht es einfach ein Lächeln, um weiter gehen zu können. Ein Lächeln, dass mir aufrichtig entgegen kommt und mich ansteckt. Es kann ein Zeichen dafür sein, dass in einem Menschen, in den Tiefenschichten seiner Seele, eine Freude wohnt, die zu unserer Lebenskraft gehört und nicht gänzlich absterben kann, wenn wir weiterleben sollen.
Freude ist ein schwieriges Wort und manchmal scheint es mir zu den ab- und plattgedroschenen Begriffen unserer Zeit zu gehören. Alltagsfreude, Vorfreude, Schadenfreude, innere Freude, Lebensfreude, Urlaubsfreude, Gaumenfreude, Joy und Fun und vieles mehr. Freude herrscht um mich herum! Ein neues Schweizer TV-Programm für junge Leute nennt sich Joiz und eine Konnotation mit Noiz ist dabei durchaus gewollt. Was der Name bedeuten soll, ist nicht genau zu verifizieren. Wahrscheinlich, dass dieser Sender jungen Leuten einfach Spass machen möchte. Ein mitreissendes, crossmediales, junges Portal, welches unterhalten möchte und dies mit einer Art von Aufbruchstimmung versucht zu verkaufen. (www.joiz.ch)
Klischeehaft hierzu könnte ein katholischer Sonntagsgottesdienst in der Fastenzeit als Gegenteil des „Gute-Laune-Joiz“ erscheinen. In der Vorstellungswelt vieler unserer Zeitgenossen, nicht nur der jüngeren, hat der sonntägliche Kirchgang nichts mit Freude, geschweige denn mit Joy and Fun und Entertainment  zu tun. Für viele eine fremde Welt, die unverstanden bleibt, nicht bewegt und schon gar nicht mitreisst. Es wird eine eher freudlose Veranstaltung vermutet und wenn man sich in den Gottesdiensten der Zürcher Grosskonfessionen am Sonntagmorgen umschauen würde, könnte es wahrscheinlich sein, dass diese Vermutung vielerorts bestätigt würde. Bestätigt dem vielleicht, der versucht, schnell ein paar Stimmungsfetzen einzufangen und nach zwei Minuten, noch nicht mitgerissen, die Flucht antritt hin zu seiner Fernbedienung oder zur loosen Partystimmung, in die man sich begeben kann, wie in lauwarmes Badewasser: Nicht zu warm und nicht zu kalt, Hauptsache angenehm umspült. Vielleicht sollten die Pfarreien und Kirchgemeinden wirklich etwas tun für mitreissendere Musik und effektvolle Raumgestaltung. Vielleicht! Nur, wird das reichen?
Immer wieder kommen Menschen in den Gottesdienst. Immer wieder, oft ihr ganzes Leben lang. Zu den verschiedensten Anlässen, die das Leben schreibt, oder aber auch nur so, aus guter Gewohnheit, die trägt und dem Leben Sinn verleiht. Dass dies etwas mit Freude zu tun hat, kann ich erfahren, wenn ich in die Augen dieser Menschen schaue und mit ihnen ins Gespräch komme. Dann kann es passieren, dass ich bei einem Trauerbesuch auf einen Witwer treffen, der nach mehreren Jahrzehnten Ehe seine Frau verloren hat und plötzlich beginnt über Freude zu sprechen. Über tief empfundene Freude, die nicht aus dem Augenblick entsteht und nicht künstlich hergestellt werden kann. Eine Freude die über die Zeit entsteht und sich langsam auf den Seelengrund legt wie goldener Staub. Er erzählt von oft immer gleichen Ritualen, Worten, Begegnungen und Berührungen, die zu einer freudvollen Gewissheit der Liebe führen, welche auch durch den Tod nicht verschüttet wird. Und diese Freude wird geteilt zwischen Menschen, steckt andere an und ist fruchtbar, in dem sich ein grosses Beziehungsnetz bildet. Die Freude hat oft eine lange Geburt: aus Schmerz und Not erwacht sie und erstarkt sogar unter Tränen. Die Freude ist eine Frucht der Liebe, nach dem grossen Theologen und Philosophen Thomas von Aquin sogar, deren schönste.
Mitten in der Fastenzeit lädt uns die Liturgie der katholischen Kirche ein, über die Freude nachzudenken und ins Gespräch zu kommen. Wie ein lieber Gruss aus der alten, lateinischen Liturgie mutet das Wort „laetare“ an, welches dem vierten Sonntag in der Fastenzeit seinen Namen gibt und dem Introitus der Hl.Messe aus dem 66.Kapitel des Prophetenbuches Jesaja entnommen ist:
„Laetare Ierusalem: et conventum facite omnes qui diligitis eam: gaudete cum laetitia, qui in tristitia fuistis: ut exultetis, et satiemini ab uberibus consolationis vestrae.“
(Freue dich, Jerusalem, und kommt zusammen, alle, die ihr sie liebt! Seid fröhlich, die ihr traurig wart: Jubelt und trinkt euch satt an den Brüsten eurer Tröstung.“
Schöne Worte aus uralter Zeit! Aber doch auch wieder nur eine oberflächliche Einladung zum Fröhlichsein, wenn auch in sehr ästhetischer Form? Eine Frage, die berechtigt erscheint vor dem Hintergrund, dass augenscheinlich in unseren Breitengraden immer weniger Menschen authentische Lebenshilfe aus den heiligen Texten der jüdisch-christlichen Tradition beziehen und die Botschaft dieser Texte, wenn überhaupt, nur noch oberflächlich anhören und nicht persönlich nehmen. Erst beim genaueren Hinhören entfaltet die Einladung in Jesaja 66 ihre Kraft. Eine Kraft, die mein Inneres berührt, wenn ich den lebendigen Gott durch diese Worte zu mir sprechen lasse und die Worte höre in der konkreten Situation meines Lebensalltags. Ich brauche dieses göttliche Lächeln in meinem Alltag, der oft genug geprägt ist durch dunkle Sinnleere, Angst, Schmerz und Trauer. Da sind Wunden, die immer wieder aufbrechen und mir Lebensfreude rauben. Gottes Lächeln nimmt meine Traurigkeit ernst, allerdings zusammen mit dem unbändigem Willen, dass ich darin nicht untergehe. Es gibt diesen Willen – trotz allem! Das ist eine gute Botschaft. Die Bibel ist durchzogen von Hiob bis Jesus mit Geschichten und Erzählungen, die mir sagen möchten, dass Gott nichts anderes für mich möchte als Lebensfülle.
Es ist eine Grunderfahrung der Glaubenden, dass eine innere Beziehung zu dem Gott, den der Johannesbrief „die Liebe“ nennt, Wunder vollbringen kann. Wunder in dem Sinne, dass im Grunde der Seele eine Freude entsteht, die auch durch den Tod nicht verschüttet werden kann und die wir in den schweren Situationen des Lebens brauchen, um weiter leben zu können. Eine Freude die erhellt wird durch das Licht Gottes und die dieses Licht spiegelt. An mir ist es nur, die schweren Türen meines Herzens, meiner Wesensmitte, einen Spalt zu öffnen. Die Einladung zur Freude wird dann zur Einladung zum Leben. Das 5.Kapitel des Epheserbriefs, eine der offiziellen Lesungen des Laetare-Sonntags, bringt diese Einladung auf den Punkt:

„Alles Erleuchtete aber ist Licht.
Deshalb heißt es:
Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten,
und Christus wird dein Licht sein“
Aufwachen heisst auferstehen – Ostererfahrungen in unserem Alltag.
Es sind solche Erfahrungen, die Menschen glauben und manchmal auch leben lassen. Sie spiegeln sich wieder in den Augen und gelassenen Worten von älteren Gläubigen, die, mit dem Licht Gottes im Herzen, durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens gegangen sind und eine tiefe Freude ausstrahlen. Eine Freude, die ansteckt und berührt. Eine Freude, die unsere Welt so sehr braucht.