Dienstag, 28. Mai 2013

Warum glaube ich?

Viele haben in vielen Büchern eine ganze Menge über den christlichen Glauben geschrieben – manchmal Gescheites, manchmal aber auch nicht Gescheites. Viel wird über den Glauben diskutiert. Die einen sprechen positiv über Glauben und Kirche. Die anderen regen sich furchtbar darüber auf. Sie wollen frei sein, sagen sie, und nicht gezwungen werden an etwas zu glauben, was sie nicht sehen und begreifen können.
Also frei bin ich! Ich fühle mich jedenfalls sehr frei. Und den christlichen Glauben habe ich nicht, weil ich mich gezwungen fühlte, oder  weil mich irgendjemand in einer Diskussion überzeugt hätte, oder weil ich ein ganz besonders gescheites Buch gelesen hätte. Ich glaube, weil ich von Menschen neugierig gemacht wurde, die mir von ihrem Glauben an Jesus Christus erzählten und davon, wie gut er ihnen tut. Und noch viel mehr berührte mich, wie sie handelten: wie sie sprachen, wie sie beteten, wie sie den Gottesdienst besuchten,  wie sie mit anderen Menschen umgingen und wie sie dies alles glücklich machte.
Tausend Dank an all jene, die mir ihren guten Glauben vorgelebt haben. Wir brauchen Menschen auch heute, die ganz persönlich von ihrem Glauben erzählen und ihn so weiter geben und teilen.
Unser christlicher Glaube ist ein Geschenk von Gott zu Mensch und von Mensch zu Mensch. In unserer Pfarrei werde ich alles dafür tun, dass dieser grosse Schatz, den wir haben, nicht verloren geht.
Markus O.Wentink

WIE GEHT GLAUBEN?

Glauben heisst in erster Linie zu vertrauen. Vertrauen darauf, dass ich mit meiner ganzen Existenz getragen bin. Aber dies scheint gar nicht so einfach.
Vielleicht kann man es mit dem Schwimmen vergleichen. Wenn dir jemand sagt, dass das Wasser dich tragen kann und du probierst es im kniehohen Kinderbecken aus, wirst du wahrscheinlich enttäuscht sein. Auch wenn du dich in tieferes Wasser wagst, und du, dich vom Beckenboden abstossend, immer auf und ab springst, wird es dich nicht tragen. Erst wenn du dich los lässt und den Boden verlässt, wirst du die Erfahrung des Getragenseins machen und schwimmen können.
Der Glaube an Gott meint nicht das intellektuelle Für-wahr-halten einzelner Aussagen, sondern den vertrauensvollen Schritt in Gottes Arme. Vertrauend darauf, dass er mich liebt und mir den Weg weisst. Ein Gott der mich umgibt wie Luft und Wasser. Ein Gott, dem es sehr wahrscheinlich egal ist, ob ich seine Existenz für wahr halte, oder nicht, dem es aber niemals egal ist, ob ich weiss, dass er mich liebt.


Markus O.Wentink