Ich wünsch dir Frohe Weihnacht,
nicht wie goldglänzendes Stanniolpapier,
nicht nur kurz und vorgedruckt,
nicht wie roter Filz und Wattebärte,
nicht wie die Blumen von der Tanke,
nicht wie Glühweinbecher mit Depot,
nicht wie Kunstschnee und Lastminute-Flug,
nicht nur mal eben und im Offsetdruck.
Ich wünsch dir Frohe Weihnacht,
mit Herz und Seel,
mit Fleisch und Blut,
von Mensch zu Mensch
ganz unverstellt,
denn da wird G-tt geboren.
Frohe Weihnachten
Erzählungen, Gedanken, Aphorismen und Lyrics mit Interesse an Spiritualität, Mystik und Fragen der Zeit. Gedacht und geschrieben von dem Theologen und Seelsorger Markus O. Wentink aus der Pfarrei Binningen/Bottmingen, sowie von Gastautoren aus Kirche, Wissenschaft und Kultur.
Donnerstag, 11. Dezember 2014
Dienstag, 20. Mai 2014
Pfingsten
Pfingsten markiert die Geburtsstunde der Kirche.
Durch die Kraft des Heiligen Geistes zerspringt der enge Kern der Ursprungsgemeinde und öffnet sich Welt und Zeit. Durch die zersprengten Mauern von Angst, Zweifel, Anpassung und Kleinmütigkeit tritt die kraftvolle Botschaft der Erlösung.
Bitten wir um diesen Geist mit Leidenschaft!
Montag, 19. Mai 2014
„Auffahrt“ – eine Herausforderung
Die Erzählungen von „Christi Himmelfahrt“ rücken die Erfahrungen der Jünger in den Mittelpunkt, dass die sinnlichen Erfahrungen des auferstandenen Christus irgendwann einmal aufhörten. Christus schien entrückt, aber die Erfahrung seiner Nähe zu den Christen und zur Gemeinde blieb, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Fest verbunden ist Christi Himmelfahrt mit Pfingsten, wo die Jünger die Erfahrung der Ausschüttung des Heiligen Geistes mit seiner Kraft, Energie und Ermutigung machten. Die Zeit der Kirche begann. In der Kirche lebt der Auferstandene nun und lässt sich durch Zeichen vermittelt erfahren. Die Kirche ist sein Leib und durch sie schreitet Christus durch die Zeit. Diese Kirche aber das sind wir!
Das Fest „Christi Himmelfahrt“ lädt uns alle ein, mit dem Auferstandenen zu leben, ganz persönlich und individuell, aber auch als Gemeinschaft. Vertrauen wir darauf, dass der auferstandene Christus gegenwärtig ist – in unseren Gottesdiensten, in unseren Zusammenkünften, in unseren Familien und im alltäglichen Miteinander. Bitten wir Gott um dieses Vertrauen und vielleicht fasziniert es auch andere, suchende Menschen, wenn sie spüren: Unter ihnen lebt Christus und ist erfahrbar. Es bleibt für uns Christen immer Anfrage und Ansporn, ob die Gegenwart Christi inmitten der christlichen Gemeinde unser Leben bestimmt. Ob beispielsweise die Sitzungen unserer Gremien rein pragmatisch sind und auf das Machbare bauen, wie vergleichbare Gremien in Politik und Wirtschaft oder ob wir im Bewusstsein arbeiten, dass Christus die Geschicke seiner Gemeinde lenkt und sie für die Zukunft öffnet.
Freitag, 9. Mai 2014
Gottes Segen für 2014
Liebe Freunde,
zum Jahreswechsel schauen die Menschen zurück auf das, was gewesen ist und wünschen sich Glück und Segen für die Zeit, die kommt. Im vergangenen Jahr ist viel passiert. In unserem privaten Leben gab es Glücksmomente, aber sicherlich auch Zeiten, in denen uns das Leben einiges abverlangte. Vielleicht gab es Zeiten der erfahrenen Gottesnähe, aber vielleicht auch Zeiten, in denen Gott sehr weit schien. Auf unserem Planeten gab es Umwälzungen und auch Bilder von Gewalt und Krieg begleiteten uns immer wieder. Für die katholische Weltkirche waren Rücktritt und die Neuwahl des Papstes in Rom sicherlich ein einschneidendes Ereignis. Viele Katholiken und auch Menschen ausserhalb der Kirche verfolgten die Ereignisse mit Interesse und das neue Pontifikat von Franziskus weckt in vielen grosse Hoffnungen. Auch in unserer Pfarrei ist viel passiert. Wir schauen zurück auf ein Jahr lebendigen Pfarreilebens. Der Abschied von Pfarrer Christian Schaller und die Neuorganisation der Gemeindeleitung waren sicherlich die einschneidendsten Ereignisse. Allen, die auf irgendeine Weise zum Pfarreileben beigetragen haben, sei an dieser Stelle von Herzen gedankt. Die Kirche das sind wir alle, jede und jeder mit seinen je eigenen Gaben und Perspektiven. Christus geht mit uns durch die Zeit. Lassen wir uns von ihm einladen zum Vertrauen, dass er da ist, ob wir es intensiv spüren oder auch nicht. Für das neue Jahr erbitten wir seinen Segen. Für unser ganz persönliches Leben, aber auch für unsere Pfarreigemeinschaft und die ganze Welt. Papst Franziskus hat uns in seinen Predigten und Schriften mit auf den Weg gegeben, dass wir uns in Bewegung setzen sollen und die Kirche öffnen. Eine kirchliche Gemeinschaft, die nur um sich selbst dreht, erstarrt und stirbt. Es braucht die Präsenz von Christinnen und Christen in unserer Gesellschaft. Haben wir keine Angst, unsere schützenden Mauern zu verlassen und an die Ränder zu gehen – materiell und spirituell. Offenheit für die Menschen, das Leben und für Gott ist ein Kennzeichen eines vertrauensvollen christlichen Lebens. In diesem Sinnen möge uns der Herr seinen Segen schenken für das neue Jahr.
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