Erzählungen, Gedanken, Aphorismen und Lyrics mit Interesse an Spiritualität, Mystik und Fragen der Zeit. Gedacht und geschrieben von dem Theologen und Seelsorger Markus O. Wentink aus der Pfarrei Binningen/Bottmingen, sowie von Gastautoren aus Kirche, Wissenschaft und Kultur.
Montag, 19. Mai 2014
„Auffahrt“ – eine Herausforderung
Die Erzählungen von „Christi Himmelfahrt“ rücken die Erfahrungen der Jünger in den Mittelpunkt, dass die sinnlichen Erfahrungen des auferstandenen Christus irgendwann einmal aufhörten. Christus schien entrückt, aber die Erfahrung seiner Nähe zu den Christen und zur Gemeinde blieb, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Fest verbunden ist Christi Himmelfahrt mit Pfingsten, wo die Jünger die Erfahrung der Ausschüttung des Heiligen Geistes mit seiner Kraft, Energie und Ermutigung machten. Die Zeit der Kirche begann. In der Kirche lebt der Auferstandene nun und lässt sich durch Zeichen vermittelt erfahren. Die Kirche ist sein Leib und durch sie schreitet Christus durch die Zeit. Diese Kirche aber das sind wir!
Das Fest „Christi Himmelfahrt“ lädt uns alle ein, mit dem Auferstandenen zu leben, ganz persönlich und individuell, aber auch als Gemeinschaft. Vertrauen wir darauf, dass der auferstandene Christus gegenwärtig ist – in unseren Gottesdiensten, in unseren Zusammenkünften, in unseren Familien und im alltäglichen Miteinander. Bitten wir Gott um dieses Vertrauen und vielleicht fasziniert es auch andere, suchende Menschen, wenn sie spüren: Unter ihnen lebt Christus und ist erfahrbar. Es bleibt für uns Christen immer Anfrage und Ansporn, ob die Gegenwart Christi inmitten der christlichen Gemeinde unser Leben bestimmt. Ob beispielsweise die Sitzungen unserer Gremien rein pragmatisch sind und auf das Machbare bauen, wie vergleichbare Gremien in Politik und Wirtschaft oder ob wir im Bewusstsein arbeiten, dass Christus die Geschicke seiner Gemeinde lenkt und sie für die Zukunft öffnet.
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